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Lieferkosten beim Widerruf

Kurz gesagt

Welche Lieferkosten bei einem Widerruf erstattet werden müssen und wann Mehrkosten für eine teurere Versandart beim Kunden bleiben.

⚖️
Rechtsgrundlage § 357 Abs. 2 BGB
🚚
Erstattung Kosten der Standardlieferung
💳
Mehrkosten Bleiben bei teurerer Versandart beim Kunden
Lesehilfe:

Bei einem wirksamen Widerruf muss der Unternehmer nach § 357 Abs. 2 BGB nicht nur den Kaufpreis, sondern auch die Standardlieferkosten erstatten. Eine Ausnahme gilt nur für Mehrkosten, die durch eine vom Kunden gewählte teurere Versandart entstanden sind.

Die Grundregel

Der Unternehmer erstattet die Kosten der günstigsten von ihm angebotenen Standardlieferung, unabhängig davon, welche Versandart der Kunde tatsächlich gewählt hat. Diese Erstattung erfolgt zusammen mit dem Kaufpreis innerhalb der 14-tägigen Rückzahlungsfrist.

Beispiel: teurere Versandart gewählt

Ein Shop bietet Standardversand für 4 Euro und Expressversand für 12 Euro an. Ein Kunde wählt beim Kauf den Expressversand und widerruft anschließend vollständig. Der Unternehmer muss nur die 4 Euro der Standardlieferung erstatten, die zusätzlichen 8 Euro für den Expressversand bleiben beim Kunden.

Was zählt als Standardlieferung?

Als Standardlieferung gilt die günstigste Versandoption, die der Unternehmer regulär im Checkout anbietet, unabhängig davon, ob sie von den meisten Kunden tatsächlich gewählt wird. Bietet ein Shop ausschließlich eine einzige Versandart an, ist diese automatisch die Standardlieferung.

Teilwiderruf bei mehreren Artikeln

Widerruft ein Kunde nur einen Teil einer Bestellung, werden die Lieferkosten in der Praxis meist anteilig oder gar nicht erstattet, wenn für die verbleibenden Artikel weiterhin ein Versand angefallen wäre. Eine pauschale Regel gibt es dafür nicht, hier zählt der Einzelfall.

Verhältnis zu den Rücksendekosten

Die Lieferkosten betreffen den Versand vom Unternehmer zum Kunden. Getrennt davon sind die Rücksendekosten für den Rückweg der Ware zu betrachten, die je nach Belehrung beim Kunden liegen können.

Was ist mit kostenlosem Versand ab einem Mindestbestellwert?

Bietet ein Shop ab einem bestimmten Bestellwert kostenlosen Versand an, gilt dieser als Standardlieferung mit Kosten von null Euro. Fällt der Warenwert nach einem Teilwiderruf unter diese Schwelle, ist umstritten, ob nachträglich Versandkosten berechnet werden dürfen. Eine klare Regelung in den AGB schafft hier Sicherheit für beide Seiten.

Zeitpunkt der Erstattung

Die Lieferkosten werden nicht separat, sondern zusammen mit dem übrigen Kaufpreis innerhalb der gesetzlichen Rückzahlungsfrist erstattet. Eine getrennte oder verzögerte Auszahlung allein der Lieferkosten ist gesetzlich nicht vorgesehen.

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Häufige Fragen

Häufige Fragen zu lieferkosten beim widerruf

Konkrete Antworten auf die Fragen, die uns dazu am häufigsten gestellt werden.

Muss ich Expresskosten bei einem Widerruf zurückzahlen?
Nein. Sie erstatten nur die Kosten der günstigsten angebotenen Standardlieferung. Die Mehrkosten für eine schnellere oder teurere Versandart trägt der Kunde selbst.
Gilt die Erstattungspflicht auch bei einem Teilwiderruf?
Bei einem Teilwiderruf werden Lieferkosten meist nur anteilig oder gar nicht erstattet, wenn für die verbleibenden Artikel ohnehin ein Versand nötig gewesen wäre. Eine feste gesetzliche Regel gibt es dafür nicht.