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Kombinierter Vertrag

Kurz gesagt

Was einen kombinierten Vertrag aus Ware und Dienstleistung ausmacht, welche Regeln für Fristbeginn und Wertersatz gelten.

Lesehilfe:

Ein kombinierter Vertrag verbindet den Kauf einer Ware mit einer zugehörigen Dienstleistung in einem einzigen Angebot, etwa Möbel mit Montage oder eine Küche mit Einbau. Für den Widerruf gelten dabei zwei unterschiedliche gesetzliche Regelungen gleichzeitig, eine für den Warenanteil und eine für den Dienstleistungsanteil.

Wann liegt ein kombinierter Vertrag vor?

Entscheidend ist, dass Ware und Dienstleistung untrennbar als ein einziges Angebot verkauft werden. Bietet ein Händler die Montage dagegen als separat buchbaren, eigenständigen Zusatzservice an, kann es sich rechtlich um zwei getrennte Verträge mit jeweils eigenen Regeln handeln.

Fristbeginn und Wertersatz

Für den Fristbeginn zählt in der Regel der Erhalt der Ware, mehr dazu auf unserer Seite Widerrufsbelehrung Kombinierte Verträge. Wurde die Dienstleistung, etwa die Montage, bereits mit ausdrücklicher Zustimmung des Kunden erbracht, kann für diesen Teil ein anteiliger Wertersatz anfallen.

Praxisbeispiel

Ein Kunde bestellt einen Kleiderschrank inklusive Montage. Möbel und Montage werden am selben Tag geliefert und ausgeführt. Zwei Tage später widerruft der Kunde. Weil die Montage bereits vollständig erbracht wurde und der Kunde vorab zugestimmt hatte, kann der Händler einen anteiligen Betrag für die bereits erbrachte Montageleistung verlangen, während der Warenanteil regulär zurückgesendet wird.

Häufiger Fehler

Viele Händler beachten in ihrer Widerrufsbelehrung nur eine der beiden Regeln, entweder die für Waren oder die für Dienstleistungen, statt beide zu kombinieren. Das führt regelmäßig zu falsch berechneten Fristen oder unklaren Erstattungsbeträgen.

Wann kein kombinierter Vertrag vorliegt

Bietet ein Händler die Montage als separat buchbaren, eigenständigen Zusatzservice an, den der Kunde unabhängig von der Ware hinzubuchen kann, handelt es sich rechtlich meist um zwei getrennte Verträge. Für jeden gilt dann die jeweils eigene Regel, ohne die besondere Kombinationsregel für untrennbar verkaufte Pakete.

Weiteres Beispiel: Matratze mit Entsorgung

Ein Kunde bestellt eine neue Matratze inklusive Mitnahme der alten Matratze durch den Lieferdienst. Die Widerrufsfrist beginnt mit dem Erhalt der neuen Matratze. Widerruft der Kunde, bevor die Entsorgung stattgefunden hat, entfällt dafür jede Vergütungspflicht, weil die Dienstleistung noch nicht erbracht wurde.

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